Pink Ribbon & Pinktober – ein Zeichen, das verbindet
Eine kleine pinke Schleife ist heute auf der ganzen Welt zu verstehen. Sie steht für Aufmerksamkeit rund um Brustkrebs, für Früherkennung und für die Menschen, deren Leben durch die Erkrankung berührt wird. Im Oktober wird sie besonders sichtbar. Wir tragen Pink, Vereine und Initiativen organisieren Aktionen, Unternehmen beteiligen sich, Gebäude und Wahrzeichen werden pink beleuchtet. Aus vielen einzelnen Zeichen entsteht etwas Gemeinsames.
Doch woher kommt das Pink Ribbon eigentlich?
Am Anfang war die Schleife nicht pink
Die Geschichte des Pink Ribbon führt zurück in die USA der frühen 1990er Jahre. Charlotte Haley begann damals, selbst gefertigte pfirsichfarbene Schleifen zu verteilen. Ihr Anliegen war politisch und konkret: Sie wollte auf Brustkrebs aufmerksam machen und forderte mehr staatliche Mittel für die Krebsprävention. Als ihre Idee von einem Magazin und einem Kosmetikunternehmen aufgegriffen werden sollte, lehnte Haley eine Zusammenarbeit ab. Sie befürchtete, ihre Initiative könne zu kommerziell werden.
Die Idee der Schleife wurde dennoch weiterentwickelt – nun in Pink. 1992 wurde das Pink Ribbon in großer Zahl verbreitet und entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einem international bekannten Zeichen für Brustkrebs.
Vielleicht gehört gerade dieser Anfang zur Geschichte dazu: Ein Symbol, das heute weltweit verwendet wird, entstand nicht als Produkt. Dahinter stand zunächst ein Mensch mit dem einfachen Wunsch, mehr Aufmerksamkeit zu schaffen.
Pink und Rosa werden heute häufig mit Weiblichkeit verbunden. Doch die Farbe lässt sich auch aus einer anderen Perspektive betrachten. Im Englischen gibt es die alte Redewendung „to be in the pink“. Sie beschreibt einen Menschen, der sich in sehr guter gesundheitlicher Verfassung befindet. So bekommt Pink neben seiner heutigen Verbindung mit Brustkrebs noch eine weitere Bedeutung: Gesundheit und das Bewusstsein, gut auf sich selbst zu achten. Auch für uns ist dies ein wesentlicher Teil unserer täglichen Arbeit.
Heute begegnet uns das Pink Ribbon in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen. Bei kleinen Aktionen in Gemeinden und Vereinen ebenso wie bei Veranstaltungen von Brustzentren, Selbsthilfegruppen und Organisationen. Bei Sportveranstaltungen und Informationsangeboten ebenso wie auf Kleidung, Plakaten und im digitalen Raum. Und bei großen Aktionen, bei denen bekannte Gebäude und Wahrzeichen pink beleuchtet werden.
Nicht eine einzelne Organisation hat daraus eine weltweite Bewegung gemacht, sondern viele unterschiedliche Akteure.
Es ist eine große Gemeinschaft aus einzelnen Menschen, Unternehmen, Gemeinden und Organisationen.
Gerade darin liegt für uns die besondere Kraft dieses Zeichens. Eine Schleife braucht keine Mitgliedschaft. Sie kann von jedem Einzelnen getragen werden oder von Tausenden. Sie kann ein Gespräch beginnen, Aufmerksamkeit schaffen oder einfach zeigen: Dieses Thema sollten wir nicht übersehen.
Ein verbindendes Zeichen sollte niemand vereinnahmen.
Denn Verbindung entsteht nicht dadurch, dass jemand bestimmt, wer dazugehören darf.
Eine pinke Schleife verhindert keine Erkrankung. Sie nimmt niemandem die Angst vor einer Diagnose. Sie kann eine Therapie nicht leichter machen und sie verpflichtet einen Menschen mit Brustkrebs nicht dazu, sich als Teil einer Bewegung zu verstehen. Auch das gehört für uns zu einem respektvollen Umgang mit dem Pink Ribbon.
Niemand von uns besitzt die Erfahrungen eines anderen Menschen. Niemand kann für alle Menschen mit Brustkrebs sprechen. Und aus einem gemeinsamen Zeichen sollte kein Anspruch entstehen.
Es darf einladen, ohne zu vereinnahmen.
Was es schaffen kann, ist Sichtbarkeit. Es kann uns Menschen miteinander in Verbindung bringen. Wissen weitertragen. Gespräche beginnen. Aufmerksamkeit auf Früherkennung lenken. Und manchmal vielleicht den kleinen Anstoß geben, sich mit der eigenen Brustgesundheit zu beschäftigen.
Das ist bereits viel.
Pinktober – wenn ein ganzer Monat pink wird
Der Oktober ist international als Breast Cancer Awareness Month bekannt und wird häufig auch „Pink October“ oder „Pinktober“ genannt. In diesen Wochen bekommt Brustkrebs weltweit eine Aufmerksamkeit, die im Alltag kaum über einen so langen Zeitraum herzustellen wäre. Große internationale Kampagnen stehen neben kleinen persönlichen Aktionen. Viele einzelne Menschen informieren, erzählen ihre Geschichten, organisieren Veranstaltungen und machen auf Früherkennung, Forschung, Behandlung und Unterstützung aufmerksam.
Diese gebündelte Sichtbarkeit ist wertvoll. Aber Brustkrebs hat keinen Aktionsmonat. Wir Menschen geben ihm einen.
Die Erkrankung beginnt nicht am 1. Oktober und sie endet nicht am 31. Oktober. Wir erhalten im November eine Diagnose, beginnen im Februar eine Behandlung, leben im Mai mit den Folgen einer Therapie oder beschäftigen uns irgendwann an einem ganz gewöhnlichen Tag mit der Frage, wie wir gut auf unsere Brustgesundheit achten können. Deshalb verstehen wir den Pinktober nicht als den einen Monat, in dem Brustkrebs wichtig ist.
Der Oktober gehört der besonderen Aufmerksamkeit – Brustkrebs braucht sie das ganze Jahr.
Was Pink für uns bedeutet
Auch die.pink.Charity ist Teil dieser großen und vielfältigen Gemeinschaft. Wir möchten das Pink Ribbon nicht für uns beanspruchen. Im Gegenteil: Wir wünschen uns, dass ein weithin verstandenes Zeichen von möglichst vielen Menschen genutzt wird, wenn es dabei hilft, Wissen und Aufmerksamkeit weiterzutragen.
Für uns bedeutet Pink deshalb nicht, eine Krankheit zu vermarkten. Es bedeutet, sie sichtbar zu halten.
Wir stellen Informationen und viele unserer Angebote bewusst ohne Gegenleistung zur Verfügung, damit Wissen möglichst dort ankommen kann, wo es gebraucht wird. Gleichzeitig können auch wir unsere Arbeit nicht ohne Unterstützung leisten. Als gemeinnützige Organisation sind wir auf Menschen und Unternehmen angewiesen, die unsere Arbeit mittragen – auch durch Spenden.
Mit die.pink.Charity haben wir deshalb einen Absender geschaffen, der sichtbar macht, wofür wir stehen und was wir tun. Und der dir, wenn du unsere Arbeit fördern möchtest, die Möglichkeit gibt, dies ganz gezielt zu tun.
Ein gemeinsames Zeichen muss uns nicht gehören, damit wir uns für das einsetzen können, wofür es steht. Denn aus einem Zeichen, das uns verbindet, sollte kein persönlicher oder unternehmerischer Besitzanspruch entstehen.
Entscheidend ist, was wir gemeinsam mit ihrer Sichtbarkeit anfangen.