MUM - metastasiert und mutig | von Nadia Seipel
Über mich
Mein Name ist Nadia Seipel. Ich lebe mit einer metastasierten Brustkrebserkrankung – in Lunge, Leber, Knochen und Lymphsystem.
Eines vorweg: Ich nenne die Dinge gern beim Namen, das ist mir wichtig.
Die Diagnose kam 2021, sechs Jahre nach meiner ersten Erkrankung.
Seither hat sich mein Leben verändert – aber nicht aufgehört, wertvoll zu sein. Ich weiß, wie sich diese Diagnose manchmal anfühlen kann. Wie viele Gedanken, Ängste und Fragen Dich begleiten – und wie schwer es ist, all das im eigenen Leben zu verarbeiten und im persönlichen Umfeld zu teilen.
Deshalb habe ich jetzt in 2025 eine Selbsthilfegruppe für Frauen gegründet, die wie ich mit einer metastasierten Brustkrebserkrankung leben. Wir treffen uns in Heidelberg – persönlich, ehrlich und vor allem offen. Wir sprechen über das, was uns bewegt. Über Therapien und Nebenwirkungen. Über das Leben mit Kindern. Über Hoffnung, Wut, Traurigkeit, neue Perspektiven. Und ja: Wir lachen auch - ich besonders.
Wenn Du das Gefühl hast, dass Dir ein solcher Austausch guttun könnte, dann melde Dich gerne. Ganz ohne Verpflichtung, ganz in Deinem Tempo. Hier findest Du Menschen, die verstehen, wovon Du sprichst – auch wenn Du manchmal keine eigenen Worte findest.
Meine Motivation
Ich habe lange gezögert, meine Geschichte öffentlich zu erzählen. Doch mit der Zeit wurde mir klar:
Wenn ich offen zeige, wie ich mit meiner Erkrankung lebe – mit all ihren Höhen und Tiefen –, dann kann das anderen helfen. Mut machen. Verstehen schaffen. Heute darf ich meine Erfahrungen in unterschiedlichen Formaten teilen. Ich war zu Gast bei SWR1 Leute (Januar 2024), Teil der ZDF-Dokumentation Terra Xplore mit Leon Windscheid (April 2025) und habe Interviews für Podcasts und Zeitungen gegeben. Besonders berührend war mein Vortrag bei den 13. Internationalen Sylter Palliativtagen 2025, wo ich als Referentin sprechen durfte – ehrlich, direkt und ohne falsche Tabus.
Auch über Bilder und kreative Projekte denen ich offen gegenüber stehe finde ich Ausdruck. Ich habe bei Fotoshootings und Modenschauen mitgewirkt – unter anderem mit LaMesma, Sei (d)ein Freund und Recover your smile. 2023 erhielt ich im Rahmen der Initiative Wieder ganz ich von Bepanthen ein Brustwarzentattoo von Andy Engel – ein starkes Symbol für Selbstbestimmung und Körpergefühl.
Besonders bewegt hat mich die Erfahrung meiner Tochter beim Pink Kids Camp 2024 der Awareness Deutschland gemeinnützige GmbH. Anfangs skeptisch, fand sie dort eine Gemeinschaft aus Jugendlichen, die Ähnliches erleben wie sie. Zu sehen, wie gut ihr diese Zeit getan hat, hat mir noch einmal deutlich gezeigt, wie wichtig Verbindung ist – für uns alle.
All das motiviert mich, weiter sichtbar zu bleiben. Nicht, weil alles gut ist. Sondern weil es wichtig ist!
Was ich mit dieser Gruppe bewegen möchte
Ich habe oft das Gefühl gehabt, dass wir Metastasierten an den Rand gedrängt werden – in der Reha, auf Conventions, im Alltag. Als würden wir in einer Art Parallelwelt leben. Eine Welt, die viele nicht sehen
können – und vielleicht auch nicht sehen wollen.
Ich erwarte nicht, dass unsere Umwelt uns immer versteht. Unser Denken, unser Fühlen, unsere Ängste – das ist schwer nachvollziehbar, wenn man es nicht selbst erlebt. Doch genau deshalb gibt es diese Selbsthilfegruppe. Ich möchte einen Ort schaffen, an dem Du Deine Geschichte erzählen kannst, so wie sie ist. Ohne Beschönigung, ohne Erklärung. Einen Ort für Austausch, für gemeinsames Lachen, gemeinsames Weinen, für Verständnis zwischen Menschen. Wir teilen das gleiche Schicksal – und damit auch ein tiefes Verständnis füreinander. Ich möchte mit euch Ausflüge machen, euch aus dem Alltag entführen, neue Perspektiven schaffen, Leichtigkeit zurückholen.
Was Du hier nicht finden wirst: einen tristen Stuhlkreis voller Resignation.
Wir haben uns noch nicht aufgegeben – und das spürt man.
Wir haben uns noch nicht aufgegeben - und deshalb lautet unser Motto:
“mum - metastasiert und mutig”
Du bist willkommen.
Vielleicht liest Du diese Zeilen und spürst ein Bedürfnis – weil Du Dich wiedererkennst. Weil Du weißt, wie es ist, wenn die Diagnose alles verändert. Oder weil Du jemanden liebst, der gerade genau diesen Weg geht.
Was auch immer Dich hierher geführt hat: Du bist willkommen. Mit Deiner Geschichte, Deinen Zweifeln, Deiner Stärke.
Diese Gruppe ist kein Ort für perfekte Antworten – aber ein Raum für ehrliche Begegnung. Für Verbindung. Für alles, was im Alltag oft keinen Platz hat.
Lass uns diesen Weg gemeinsam gehen – so, wie er ist: unperfekt, kostbar und lebendig.
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Mein Interview mit Awareness Deutschland (2026)
“Mein Ziel: Von palliativ zu chronisch”
Kontakt
Nadja Seipel
selbsthilfe.heidelberg(at)
awareness-deutschland(dot)de
Tel.: 0931.70.5222.566
Treffpunkt: Urban Kitchen
Heidelberg
Regelmäßige Treffen nach Termin. Kostenfrei, vertraulich, offen für neue Teilnehmerinnen