Skip to main navigation Zum Hauptinhalt springen Skip to page footer

Brustkrebs verstehen

Eine Diagnose oder auch ein Verdacht auf Brustkrebs, kann Angst machen. Meist belastet das Ungewisse besonders schwer.  Wissen über die Erkrankung kann dir helfen, Orientierung zu finden - egal, ob du dich nur informieren willst, du selbst betroffen bist oder jemand erkrankt ist, der dir wichtig ist. Deshalb haben wir hier grundlegende Informationen zu Brustkrebs, seinen Formen und zur Früherkennung für dich zusammengefasst:

Was ist Brustkrebs?

Mit jährlich über 70.000 Neuerkrankten ist Brustkrebs (medizinisch Mammakarzinom genannt) die häufigste Krebsart bei Frauen in Deutschland. Auch Männer können erkranken, sie machen 1 % der neu diagnostizierten aus¹. Aber wie entsteht Brustkrebs eigentlich?

Du kannst dir unseren Körper wie ein großes Puzzle aus 30 Billionen Puzzleteilen vorstellen: Die Puzzleteile sind unsere Zellen. Krebs entsteht in einem einzigen Puzzleteil, hat aber Auswirkungen auf das Gesamtbild.

Zellen nutzen sich im Laufe der Zeit ab und der Körper repariert fehlerhafte Zellen. Bei Brustkrebs geraten die Reparaturprozesse aus dem Gleichgewicht: Eine beschädigte Brustzelle, wird als passendes Puzzleteil betrachtet und nicht entfernt. Stattdessen beginnt sie, sich unkontrolliert zu teilen. So entstehen immer mehr „fehlerhafte Puzzleteile“, die zum Krebs werden.2
 

Quellen

  1. Robert Koch-Institut & Deutsche Krebsregister e.V. (Hrsg). Krebs in Deutschland für 2021 – 2023. (2025) Berlin, 15. Ausgabe. doi.org/10.25646/13129
  2. ScienceAlert Staff (2020). What is cancer? ScienceAlert. https://www.sciencealert.com/cancer Abgerufen: 25.03.2026

Die weibliche Brust einfach erklärt

Die weibliche Brust besteht aus Fett- und Bindegewebe, in das das milchproduzierende Drüsensystem eingebettet ist. Über Milchgänge (ducti) sind die Drüsenläppchen mit der Brustwarze verbunden. Blutgefäße verlaufen durch die Brust und versorgen das Gewebe mit Nährstoffen und Sauerstoff. Ein Netz aus Lymphbahnen transportiert Abbauprodukte und Krankheitserreger ab.1

Die Brust verändert sich im Laufe des Lebens: 

  • Ab der Pubertät: hormonelle Schwankungen im Monatszyklus1
  • Während der Schwangerschaft, Stillzeit, vor der Menopause und in den Wechseljahren1

Was verändert sich in der Brust?

  • Drüsengewebe bilden sich zurück1
  • Bindegewebe verliert an Kraft, die Brust sackt ab1

Bitte beachte: Jede Brust ist anders: Größe, Form und Symmetrie sind individuell und völlig normal. Sie sagen nichts über dein Erkrankungsrisiko aus.1

Allerdings kann der Aufbau der Brust, genauer gesagt das Verhältnis von Drüsen- und Bindegewebe zu Fettgewebe (Brustdichte) Untersuchungen erschweren: Dichtes Brustgewebe kann die Früherkennung erschweren, weshalb manchmal ergänzende Untersuchungen wie Ultraschall (Sonographie) sinnvoll sind.2

Ein Risiko bei sich ausbreitenden Krebs sind die Lymphbahnen, über die Krebszellen in nahegelegene Lymphknoten gelangen können, die dann anschwellen.Deshalb werden diese bei Untersuchungen immer mit betrachtet.3

 

Quellen

  1. Bistoni G et al. (2015) Anatomy and physiology of the breast. Plastic and reconstructive surgery: Approaches and technique 477-485. https://doi.org/10.1002/9781118655412.ch37
  2. Boyd NF et al. (2007) Mammographic density and the risk and detection of breast cancer. N Engl J Med. 356(3):227-36. https://doi.org/10.1056/NEJMoa062790
  3. Weigelt B et al. (2005). Breast Cancer Metastasis: Markers And Models. Nature Reviews. Cancer, 5(8), 591–602. https://doi.org/10.1038/nrc1670

Was kann Brustkrebs verursachen?

Grundsätzlich gibt es nicht den einen Grund, der zu Brustkrebs führt. Es gibt jedoch verschiedene Faktoren, die das Risiko für die Entstehung von Brustkrebs erhöhen können:4 

  • Frauen sind etwa 100-mal häufiger betroffen als Männer
  • Zunehmendes Alter
  • Hormonelle Faktoren (das Alter der ersten Menstruation und der ersten Schwangerschaft; Hormontherapie nach der Menopause)
  • Erbliche Veranlagung durch Veränderungen in Hochrisikogenen
  • weitere Faktoren (Übergewicht, Tabak- und Alkoholkonsum) 

Nur 8-10% Brustkrebsdiagnosen gehen auf vererbte Hochrisiko-Gen-Mutationen zurückzuführen sind. Die Hälfte dieser Fälle gehen auf BRCA1 und BRCA2, die bekanntesten zurück.² Deswegen werden nur unter bestimmten Umständen Gentests durchgeführt.

Weitere identifizierte Hochrisikogene sind:5
ATM, BARD1, CDH1, CHEK2, NF1, PALB2, PTEN, RAD51C

Einige dieser Faktoren können wir beeinflussen – beispielsweise durch ein rauchfreies Leben, eine gesunde Ernährung, gemäßigten Alkoholkonsum, ausreichend und regelmäßig Bewegung.

 

Erfahre mehr über Prävention.

Quellen

1. Hanahan D, et al. (2011) Hallmarks of Cancer: The Next Generation. Cell 144.5 646-674
2. Hong R, Xu B. (2022) Breast cancer: an up-to-date review and future perspectives. Cancer Commun. 42:913–936. doi.org/10.1002/cac2.12358
3. Robert Koch-Institut & Deutsche Krebsregister e.V. (Hrsg). (2025) Krebs in Deutschland für 2021 – 2023. Berlin, 15. Ausgabe. doi.org/10.25646/13129
4. World Health Organization (2025) Breast cancer. www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/breast-cancer
5. Breast Cancer Association Consortium (2021) Breast cancer risk genes—association analysis in more than 113,000 women. New England Journal of Medicine 384.5: 428-439.
 

Welche Symptome hat Brustkrebs?

Brustkrebs verursacht in frühen Stadien häufig keine Beschwerden.1 Deshalb spielt die Früherkennung eine wichtige Rolle. Veränderungen bedeuten nicht automatisch, dass du an Krebs erkrankt bist. Du solltest sie aber immer ärztlich abklären.

Mögliche Auffälligkeiten können sein:1

  • Knoten oder Verhärtungen in der Brust oder Achselhöhle
  • Veränderungen der Brustform oder -größe
  • Hautveränderungen, wie Rötungen oder eine „Orangenhaut“
  • Veränderungen der Brustwarze, z. B. Einziehung oder Absonderungen
  • Schmerzen

Quellen

1. Symptome bei Brustkrebs (2022) Krebsinformationsdienst. www.krebsinformationsdienst.de/brustkrebs/symptome
 

Ist Brustkrebs gleich Brustkrebs?

Die kurze Antwort lautet: Nein. Auch wenn die Erkrankung oft als ein Begriff verwendet wird, gibt es unterschiedliche Formen, die sich in ihrem Verhalten deutlich unterscheiden.1

Brustkrebs wird unterschieden nach1,2:

  • Entstehungsort: Er kann in den Milchgängen und in den Drüsenläppchen entstehen. Ersteres kommt mit etwa 70 bis 80 Prozent deutlich häufiger vor.
  • Biologischen Eigenschaften: Krebszellen können unterschiedlich schnell Wachsen. Auch Hormone haben einen Einfluss auf den Brustkrebs. Diese Einteilung ist wichtig für die Behandlung.
  • HER2-Status: Das Protein HER2 ist besonders wichtig für die Erkennung von bösartigen Brustkrebs
  • Entwicklungsstufe des Krebses: Ist es eine frühe Form, die sich noch nicht ausgebreitet hat (in-situ-Karzinom) oder hat sich der Krebs ins umliegende Gewebe ausgebreitet (invasiver Karzinom)?
  • Weitere seltene Formen1

Quellen

  1. Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) https://www.krebsinformationsdienst.de/brustkrebs Abgerufen am: 26.03.2026
  2. Leitlinienprogramm-Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF) (2025) S3-Leitlinie Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, Langversion 5.0, AWMF-Registernummer 032-045OL https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/mammakarzinom/

Kläre Auffälligkeiten zeitnah bei FrauenärztInnen ab

Wenn du Auffälligkeiten an deiner Brust bemerkst, ist es wichtig, diese zeitnah ärztlich abklären zu lassen. Veränderungen wie Knoten, Verhärtungen, Hautveränderungen oder Schmerzen müssen nicht automatisch etwas Ernstes bedeuten, sie sollten aber immer von einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt untersucht werden. Das gibt dir Klarheit und im Falle einer Diagnose bist du bereits bei einer Expertin oder einem Experten.

Männer sollten sich an ihren Hausarzt oder -ärztin wenden.

 Anleitung zum Brustabtasten